ScalaDays 2016 Berlin

Intro ScalaDays 2016

Zum dritten mal in Folge habe ich nun den europäischen Ableger der offiziellen Scala-Konferenz ScalaDays besucht und bin auch dieses Jahr nicht enttäuscht worden.

Die Veranstaltung ist über die letzten Jahre stetig gewachsen und man sieht immer mehr deutsche und europäische Firmen als Sponsoren. Das Feld der Teilnehmer ist gut durchmischt, einzig der Frauenanteil (sowohl Speaker als auch Teilnehmer) ist wie bei so vielen technischen Konferenzen gering.

Es liefen vier parallele Tracks mit Talks zu allem rund um Scala, Frameworks, DevOps, und Softwareentwicklung im Allgemeinen, und ich fasse kurz die Eindrücke zusammen, die ich aus den von mir besuchten Vorträgen gewonnen habe.

Spark hat sich in der Scalaszene fest etabliert. Es gab mehrere Talks zum Thema Machine Learning, Big Data und Streaming. Mein persönlicher Favorit war der Talk Beyond Shuffling von Holden Karau, Spark Committer und Autorin von Learning Spark und dem Ende des Jahres erscheinenden High Performance Spark. Neben vielen Bildern von Katzen und David Hasselhoff gab es jede Menge nützlicher Tipps zum Optimieren, Testen und Validieren von Spark Jobs.

Die Scala-Macher selbst sind aktuell stark mit Dotty beschäftigt. Mitte 2016 wird zunächst Scala 2.12 erscheinen, das vor allem Java 8 Features besser nutzen wird (und dieses auch voraussetzt). Danach ist noch Release 2.13 geplant, das Scala weiter modularisieren soll. Dotty (oder Scala 3.0) ist also vermutlich noch in weiter Ferne, aber die angekündigten Feature machen Lust auf mehr.

Traits bekommen Parameter, es wird Union-Types geben, Tuples müssen nicht mehr mit case-Syntax destrukturiert werden, und vieles mehr. Es werden aber auch einige Dinge verschwinden, wie beispielsweise die aktuelle Form der Macros (es wird aber Ersatz geben), Procedure Syntax, und Existentials. Und nicht zu vergessen wird Dotty deutlich schneller kompilieren als der aktuelle Scala Compiler. Die jetzige Fassung ist trotz Instrumentations- und Debugginganweisungen bereits doppelt so schnell.

Snapshot-Builds stehen bereits zur Verfügung und ein erstes Community-Feedback ist erwünscht.

Mehr Infos in der Keynote vom ersten Tag.

Scala.js ist inzwischen Bestandteil vieler Projekte, wenngleich oft noch für interne Front-ends. Es wird jedoch schon damit experimentiert, wie man mit Web-Entwicklern, die kein Scala lernen wollen, zusammenarbeiten kann - ganz ähnlich wie Java APIs für Scala Code. Besonders interessant ist der Talk Deep Dive into Scala.js.

Der Einsatz von Akka für verteilte Systeme ist relativ normal geworden, die meisten Talks in diesem Bereich haben sich mit den neueren Projekten im Ökosystem beschäftigt, allen voran Akka Streams, und dazu noch Akka HTTP und Persistence.

Zu Play gab es keinen eigenen Vortrag, es taucht aber in vielen Talks nebenbei auf, wenn ein Backend-Service gebraucht wird. Damit spiegelt sich der Reife- und Verbreitungsgrad von Play wieder, hier gab es in letzter Zeit hauptsächlich Entwicklungen im Bereich Dependency Injection und den Umstieg von Iteratees auf Akka Streams, was für viele Projekte im ersten Schritt noch nicht relevant sein wird.

Zu guter Letzt rücken DevOps und Microservices auch in der Scalaszene in den Vordergrund, wie man auch den aktuellen Produktentwicklungen von Typesafe Lightbend nachvollziehen kann. Gut gefallen haben mir hier zwei Talks. Perfect Scalability von Michael Nash bot noch mal einen guten Überblick über Performance, Prinzipien der Skalierung, sowie Metriken und Monitoring. Implementing Microservices von Vaughn Vernon hat sich mit grundsätzlichen Fragen wie Kommunikation zwischen Services per Commands und Events sowie Abgrenzung von Microservices mit Hilfe von Bounded Context und Ubiquitous Language beschäftigt. Dazu wurde eine Beispielimplementierung mit Akka vorgestellt.

Was mir an den ScalaDays auch immer wieder gefällt ist, dass die Keynote am zweiten Tag keinen reinen technischen, sondern politischen oder gesellschaftlichen Bezug hat. Jamie Dobson sprach dieses mal über Post-Kapitalismus, Neoliberalismus, Einfluss der Medien und was wir dagegen tun können - sehr empfehlenswert, wenn auch an manchen Stellen etwas vereinfacht dargestellt.

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